Wie alles anfängt (Teil 1)

Ich wurde von einem Freund gebeten, diesen Bericht zu veröffentlichen, da er sich über die Unfähigkeit vieler Führungskräfte nur noch wundern kann. Gleichzeitig weise ich ausdrücklich darauf hin, dass die genannten Beispiele nicht als rechtsverbindlich anzusehen sind und es sich ausschließlich um meine private Meinung handelt.

pers. Anmerkung: Ich pflichte dem bei, denn die Probleme in vielen Firmen kommen aus der Führungsriege (auch Chefetagen) und sind meist gekoppelt an persönlicher Unfähigkeit und eigenen Frustrationen, die dann an Untergebenen oder weisungsgebundenen Mitarbeitern kompensiert werden sollen. Wer gesteht denn auch schon gerne eigene Schwächen ein ? Oder besser noch, wer ist den bereit offen mit seinen Mitarbeitern, Kollegen oder "gleichgestellten" zu reden. Nicht dumm zu schwätzen, sondern kommunikativ und kooperativ mit Mitarbeitern und anderen Abteilungsleitern zusammen an einer Zielsetzung zu arbeiten, ohne der Geschäftsleitung ständig Honig um die Gosche zu schmieren, weil bald doch ein Plätzchen in der anderen (besseren) Abteilung neu besetzt werden soll. Gute Leistungen zu zeigen, ohne seine Profilierungsneurosen ausleben zu müssen und wohlmöglich den Sekretärinnen ständig zu erklären, was man für ein toller Kerl bzw. Frau doch ist. Dabei wird bedauerlicherweise vergessen, dass wir für unsere Leistung bezahlt werden und nicht fürs "Mobben". Und dann noch dieses ständige Endschuldigen, für die eigene Unfähigkeit !

  • Wenn Sie hinter diese Fassaden der "Führungsmitarbeiter" schauen, stellen sie ganz schnell fest, dass selbst das eigene persönliche kleine Umfeld dieser arroganten Mitmenschen ganz schön im Argen ist. Schauen Sie bei der nächsten Betriebsfeier und einer guten Portion Alkohol einmal genau hin. Sehr, sehr erbärmliche Verhaltensmuster kommen zu Tage. Die Krux liegt doch darin, dass, wenn ich meine Mitmenschen schlecht behandle, dann werden diese genauso schlecht weiterhandeln. Ich möchte nicht alle über einen Kamm scheren, denn dies gilt nicht für alle Mitarbeiter, die auch "Führungspositionen" einnehmen, doch aber für viele. Und das hindert unsere Wirtschaft in eklatanter Weise daran, wirklich gut und endlich unabhängiger zu werden.

Führen kommt immer von vorführen !! Wenn Führungskräfte meinen, dass dumme Mitarbeiter gute Mitarbeiter sind, dann haben sie sich aber geschnitten. Denn dumme, unterbezahlte, unmotivierte, unverstandene, und klein gehaltene Mitarbeiter sind brisant gefährlich. Lesen Sie dazu bitte einmal den Berichte über Spionage in Unternehmen. Zudem greifen immer mehr Unternehmen auf die Hilfe von Headhunter zurück. Ihnen werden die Augen übergehen, wenn Sie wirklich begreifen, was Ihr Unternehmen zerstören kann. Und die notwendigen Maßnahmen dazu, liefern die "dummen" Mitarbeiter der Konkurrenz frei Haus ! Ist doch prima, so ein (möglicher) ungewollter Konkurs. Die Mitbewerber lachen sich einen Ast über so viel Betriebsdummheit. Garantiert !
Th. G

Ein kleiner Beitrag aus der Welt der Arbeitspädagogik soll zum Nachdenken anregen. Ein Bericht von Ralf J. Betriebsratsvorsitzender und Arbeitnehmer.

Die Anforderungen bzgl. Arbeitsbezogener Kenntnissen, Fertigkeiten und Erfahrungen an die Mitarbeiter eines Unternehmens wachsen ständig. Eine so genannte Fachkompetenz ist also erforderlich. Ebenso wäre es wünschenswert, wenn der Mitarbeiter bei Arbeitsaufgaben selbstständig Lösungswege findet und diese auch auf andere Arbeitsaufgaben sinnvoll übertragen kann, seinen Arbeitsplatz bzw. die Arbeitsstruktur mitgestaltet und auch im sozial-humanen Bereich kommunikativ und kooperativ mit anderen Menschen zusammenarbeitet.
Nicht jeder Mitarbeiter hat für alle optimalen Eigenschaften die Vorraussetzungen. Aber der Betrieb hat hier Möglichkeiten Vorraussetzungen zu schaffen:

1. Unterweisen
Jemanden durch “ Weisen” wissend und könnend machen. Das heißt : Führen, Lenken, Zeigen. Die Berufsgenossenschaften z.B., legen heute einen sehr großen Wert auf Unterweisungen, da in der Vergangenheit viele Arbeitsunfälle auf Unwissenheit und Unkenntnis zurückzuführen waren. Es entstand ein immens hoher Kostenaufwand, der letztendlich zu Kosten der Allgemeinheit bzw. auch der Arbeitgeber ging.
Ein gut eingewiesener Mitarbeiter, der sich bei Problemen an einen festen Ansprechpartner wenden kann, beherrscht sicherlich schneller und sicherer seinen Arbeitsplatz inkl. der erforderlichen Technik, als jemand, der sich alles selbst aneignen muss. Bedienungsfehler können somit vermieden werden.

Arbeitsunterweisung
Ist die methodische Vermittlung der zur Erfüllung einer Arbeitsaufgabe notwendigen Fertigkeiten, Kenntnisse und Erfahrungen. Das Hauptgewicht der Unterweisung liegt auf der Vermittlung von manuellen Verhaltensweisen und von Verantwortungsbewusstsein.
Wer als Ausbilder, Meister, Unterweiser oder Organisator im Betrieb tätig ist, kann seine Aufgaben nur verantwortlich wahrnehmen, wenn er:

  • fundiertes fachliches Wissen besitzt
  • über variantenreiches methodisches Können verfügt
  • partnerschaftliches Verhalten zeigt

2. Menschenführung
Führung bedeutet: Jemanden den Weg weisen durch Vorangehen, Begleiten oder Leiten. Führen im weitesten Sinne heißt, Ziele setzen und diese mit Hilfe gemeinsamer Leistung erreichen.
Führung des Betriebs ist die integrierte Steuerung von Technik, Wirtschaft und Mensch. Führung “im” Betrieb ist Menschenführung. Menschenführung ist zielgerichtete Förderung von Leistungsbereitschaft und Arbeitszufriedenheit. Auf Seiten der Mitarbeiter setzt dieses Informiertheit und Motiviertheit sowie die Einsicht und die Überzeugung für das Notwendige voraus. Auf Seiten der Vorgesetzten heißt das Willensbildung und Willensdurchsetzung sowie Stützen und Fördern. Auf beiden Seiten muss man sich über die Verantwortung einig sein.
So gesehen heißt Menschenführung : “Fördern durch Fordern”
Der Führungsstil bleibt in der Regel nicht ohne Einwirkung auf das Arbeitsverhalten der Mitarbeiter.
a) autokratisch = totale Bindung
b) demokratisch = Partnerschaft
c) laissez faire = totale Bindungslosigkeit

Totale Bindung und Lenkung im Führungsprozess geben bei Routinearbeit zwar eine gewisse Sicherheit, lösen aber bei aufkommenden Problemen eher eine Unbeweglichkeit und Unselbstständigkeit aus. Partnerschaftliches Führen ermöglicht Selbstständigkeit und Kooperation. Totale Bindungslosigkeit verleitet zu Selbstherrlichkeit und Selbstüberschätzung im Arbeitsleben.

3. Betriebsklima
Unter Betriebsklima versteht man die für einen Betrieb durchschnittlich-charakteristische Stimmungs- und Gefühlslage der in ihm arbeitenden Menschen. Beim Arbeiten geht es nicht nur um zielgerichtetes, rationelles und sachbezogenes Vorgehen, sonder auch um das Vorgehen innerhalb eines materialen und personalen Beziehungsgeflechtes. Dieses Beziehungsgeflecht von sachlichen Arbeitsbedingungen, individuellen und gruppenbezogenen Verbindungen, von Unternehmenszielen und Organisationsformen, von Führungsstil und Umgangston, Arbeitszufriedenheit, sozialer Sicherung usw. kennzeichnet gegenüber dem engeren Arbeitsplatz die weiteren Umwelteinflüsse, die wir als Klima bezeichnen können.


Es ist bewiesen, dass ein so genanntes “schlechtes Betriebsklima” der Nährboden für Mobbing ist. Dem Betrieb entsteht durch die Folgen “eines” gemobbten Mitarbeiters ca. 50 000,- bis 150 000.- €uro Schaden pro Jahr. Krankheitsbedingte Ausfälle, mutwillige Beschädigung von Betriebseigentum durch Frust, usw.

Ein gutes Betriebsklima setzt eine Bewusstseinsänderung aller Betroffenen voraus. An die Stelle dominierenden Denkens muss respektierendes Denken treten. Ebenso an die Stelle des althergebrachten Harmoniegedankens tritt die Pflicht zu gemeinsamer Arbeit, getragen von offener Information, Mitwirkung und Mitverantwortung aller. Es muss eine Bewusstseinsweite geschaffen werden, in der die persönlichen Bedürfnisse der Mitarbeiter mit den unabdingbaren Erfordernissen des Betriebes aufeinander abgestimmt werden können.

Regelmäßige Mitarbeitergespräche im internen Audit sind eine gute Grundlage um ein Bild über das herrschende Betriebsklima zu bekommen. Hierbei sollten auch die unterschiedlichen Wertvorstellungen der Mitarbeiter, die nicht unbedingt mit dem des Unternehmens übereinstimmen müssen, berücksichtigt werden. Die Aufrechterhaltung einer produktiven Spannung der unterschiedlichen Wertvorstellungen sollte angestrebt werden, nicht deren Einebnung.
 

  • Führung, Unterweisen, Lehren, Informieren, sind alles Begriffe die im normalen Betriebsalltag jeden Tag gelebt werden. Ausschlaggebend ist nur „Wie“ und auf welche „Art und Weise“ täglich damit umgegangen wird. Konsequentes Handeln und Zielgerichtetes, objektives aber auch humanes Lenken liegt in IHREN Händen.